Und überhaupt... warum gerade bilingualer Unterricht in Geschichte?
Die Welt wird zunehmend kleiner. Nationale Grenzen fallen, Reisefreiheit und Wirtschaftsräume werden größer. Neu ist dieser Prozess keineswegs, doch ist er seit wenigen Jahren gerade bei jungen
Menschen mit einem Gefühl von Unsicherheit und Skepsis verbunden. Geschichtsunterricht sollte diesen Sorgen ebenso wie den Herausforderungen, die eine globalisierte Welt an folgende Generationen
stellt, Rechnung tragen. Da Sprache immer auch Denkstrukturen prägt, kann der kontrastive und konsequente Einsatz des Englischen als Arbeitssprache im Geschichtsunterricht helfen Barrieren zu
überwinden, multiperspektivisches Denken zu fördern und sowohl die Geschichte der eigenen Gesellschaft wie fremder Gesellschaften mit angemessener Distanz und Kritik zu betrachten.
Wann und in welcher Form wird die englische Sprache eingesetzt?
Der Grundsatz, dass die englische Sprache immer dort eingesetzt wird, wo sie auch sinnvoll ist, gilt für unseren bilingualen Geschichtsunterricht in ganz besonderem Maße. Generell legen wir
großen Wert auf eine internationale Perspektive, ohne dabei jedoch die moderne deutsche Geschichte zu vernachlässigen. An diesem Ansatz orientiert sich auch der Einsatz der Unterrichtssprachen.
In beiden Sekundarstufen werden alle Themen zwischen Antike und Französischer Revolution in englischer Sprache unterrichtet. Zur Geschichte des 20. Jahrhunderts vermitteln wir aber einzelne
Themenbereiche in deutscher Sprache. Hierbei handelt es sich vor allem um die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus sowie die Geschichte der deutschen Teilung von 1949 bis 1990. Diese
Kernthemen werden dann mit internationalen Entwicklungen in Englisch kontrastiert. Auch in Geschichte wird darüber hinaus frühzeitig - in der Jahrgangsstufe 8 - Sprachmittlung eingeführt und,
wann immer es fachlich sinnvoll ist, im Unterricht praktiziert